Mir ham se mal im Suff in
Je terzug verladen,
fern von Berlin bin ich auf einmal
uffgewacht.
Ich denke, Luftveränderung,
das kann nicht schaden,
hab ich gedacht.
Ich bin durch Feld und Wald
und übern Berg gerutscht,
ich hab so ja aus Durst am Wasserquell gelutscht,
hab ich gemacht.
Da hat auf einmal ei ne echte
weiße Mittenschutz
unwiderstehlich mir Erinnerung
bestürmt.
Ich denke, nu genug,
nu haust ab,
nu aber Schluss,
und bin getürmt.
Und leise bin ich nach
Berlin zurückgetippelt,
Und steh mit enemal
vors Pannenburger Tor,
Und jummi weich hat mir das Schuhbo angeknüppelt,
Mein Wort, das kam mir
wie so 'n Va ter sehen vor.
Ich dreh ma um, ich seh ma um,
Mir sind bekannt hier Sichter
und Fassaden,
Hier is ma wohl, hier weß ich,
wo ich bin,
Ich fühle ma mit Rührung sanft geladen,
Ne kleine Träne kleckert ma auf's Ginn,
Ich seh ma noch ma um,
ich dreh ma noch ma um,
Das kocht, das loft, das rennt rum,
Karlshorst, W .W. und Zentrum,
das lacht mir an,
das facht mir an.
Und wenn's im Pflaster bloß
ein Katzenkopf ist,
und wenn's im Hinterhof ein Blumentopf ist,
das ist doch unsere Erde,
und keine hundert Pferde gibt's,
die mir ziehen weg von Berlin.
Das sieht kein Fremder nicht,
das sieht die Spreepupille,
und bloß Berliner Ohren
verstehen den trauten Klang,
Ob det Kurfürstendamm,
ob det Milieu von Zille,
Hier etwas mang,
hier ist wat eines mang,
Auch wenn se meckern ketzt,
so 'n süßer Zwischenton,
O Schnorte und Noblesse,
ein lieber Klang.
Gehst du zum edlen Boxkampf
im Sportpalast,
Wo unten Hot Follet und oben Galerie,
Da herrscht Schmeichelein,
auch wenn's da gar nicht passt,
Na, ob und wie, Mensch, du, ihr,
Haben denn die verrückten Ausjankräute? Haben sie im Platz von stellungslosen,
besseren Herren?
Wat will der Mottenpelz denn mank de feinen
Leute?
Pass uffn Hundefänger ach!
Der hat dir jern,
an Flaxe is kein Manko,
Von Juhnewald bis Panko,
Und wenn das Moabit der faulste Kopp is,
In Flensken is, des aus denselben Topp is,
Und aus dieselbe Erde,
Und kene hundert Pferde gibt,
Die mir ziehen weg von Berlin.
Ich glaube, Berliner haben den
eigenen Himmel.
Und ist es mal so weit,
dann fliege ich ruhig hin,
dann ziehe ich beim Fortier bei Petrus den
Wimmel.
Da frage ich gar nicht erst,
ob ich hier richtig bin.
Ich drehe mal um, ich seh mal um,
das sind Berlins Gestalten.
Hier ist mir wohl,
hier weß ich, ich bin.
Ich muss hier rührte Bäden
vorderflussend falten.
Ne kleine Träne kleckert mir aufs Kinn.
Zurück zur Erde,
nee, nicht hundert Pfähde gibt's,
Sie mir noch mal ziehen.
Ich bin im Himmel und
mein Himmel heißt Berlin.